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Wer online nach einer Beziehung sucht, macht oft dieselbe Erfahrung: Am Anfang wirkt alles einfach.
Man sieht sympathische Menschen, schöne Fotos und viele Versprechen. „Kostenlose Anmeldung“, „Passende Singles in deiner Nähe“ oder „Jetzt die große Liebe finden“.
Gerade wenn man vielleicht schon länger allein ist oder ernsthaft jemanden kennenlernen möchte, klingt das verlockend.
Viele Menschen melden sich deshalb spontan an – und merken erst später, dass sie sich vorher ein paar wichtige Fragen hätten stellen sollen.
Denn nicht jede Dating-Seite passt zu jedem Menschen. Manche Plattformen sind seriös und hilfreich. Andere kosten unnötig Geld, wirken oberflächlich oder führen eher zu Frust als zu einer neuen Beziehung.
Wenn du dir vorher ein paar Minuten Zeit nimmst, kannst du dir viel Ärger sparen.
Das klingt banal – ist aber oft der wichtigste Punkt. Denn viele Menschen melden sich irgendwo an, ohne vorher darüber nachzudenken, was sie eigentlich wollen.
Suchst du:
Je klarer du selbst weißt, was du suchst, desto leichter findest du die passende Plattform.
Viele Enttäuschungen entstehen nicht deshalb, weil die Dating-Seite schlecht ist – sondern weil sie einfach nicht zu dem passt, was jemand sucht.
Wenn du zum Beispiel eine langfristige Beziehung möchtest, wirst du auf einer typischen Flirt-App oft schneller frustriert sein. Wer dagegen eher locker neue Menschen kennenlernen möchte, fühlt sich auf einer klassischen Partnervermittlung manchmal zu eingeschränkt.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb ausdrücklich, sich vor der Anmeldung klarzumachen, ob man eine Partnervermittlung, eine Singlebörse oder eher eine Plattform für Freizeitkontakte sucht.
Viele Menschen werfen alle Dating-Seiten in einen Topf. Dabei gibt es große Unterschiede.
Eine klassische Partnervermittlung wie Parship, ElitePartner oder eDarling macht dir konkrete Vorschläge. Du füllst ein Profil aus, beantwortest Fragen – und bekommst dann Menschen angezeigt, die vermutlich gut zu dir passen.
Eine Singlebörse funktioniert anders. Dort suchst du selbst aktiv nach anderen Menschen, schreibst Nachrichten und entscheidest selbst, wen du kennenlernen möchtest.
Dann gibt es noch Plattformen für bestimmte Zielgruppen:
Wenn du zum Beispiel über 50 bist, kann Zweisam oft besser passen als eine allgemeine App.
Wenn dir Bildung wichtig ist, fühlst du dich vielleicht bei ElitePartner oder Academic Singles wohler.
Viele Menschen übersehen diesen Punkt – dabei ist er wichtig.
Bevor du dich anmeldest, solltest du immer kurz prüfen:
Wenn ein Anbieter im Ausland sitzt oder kaum Informationen über sich preisgibt, solltest du vorsichtig sein.
Gerade wenn später Probleme entstehen – etwa mit Kündigungen oder Rechnungen – wird es oft schwierig, etwas durchzusetzen, wenn das Unternehmen außerhalb der EU sitzt. Die Verbraucherzentrale warnt besonders vor Anbietern mit Sitz in der Schweiz, der Türkei oder anderen Ländern außerhalb der EU.
Das ist einer der häufigsten Irrtümer: Viele Dating-Seiten werben mit einer kostenlosen Anmeldung. Und tatsächlich: Das Profil anzulegen kostet oft nichts. Das Problem ist nur: Danach geht häufig fast nichts mehr.
Du kannst vielleicht:
Aber:
Noch schwieriger wird es bei Testangeboten wie:
Diese Angebote verlängern sich oft automatisch in ein teures Abo. Genau davor warnt die Verbraucherzentrale besonders deutlich. Viele Testangebote werden später zu langfristigen und teuren Mitgliedschaften.
Viele Dating-Seiten versuchen, möglichst lange Verträge zu verkaufen.
Eine Mitgliedschaft für 12 oder 24 Monate wirkt oft auf den ersten Blick günstiger. Der monatliche Preis ist niedriger.
Aber was passiert, wenn dir die Plattform nach zwei Wochen gar nicht gefällt?
Dann bist du oft trotzdem lange gebunden.
Gerade am Anfang sind kürzere Laufzeiten fast immer sinnvoller. Lieber etwas mehr pro Monat bezahlen – aber flexibel bleiben.
Die Verbraucherzentralen raten ebenfalls dazu, eher kurze Laufzeiten zu wählen und nicht sofort den gesamten Betrag im Voraus zu bezahlen.
Wenn dir sofort auffällt, dass auf einer Dating-Seite fast nur außergewöhnlich attraktive, perfekte Menschen unterwegs sind, solltest du skeptisch werden.
Leider arbeiten manche Portale mit sogenannten moderierten Profilen oder „Controllern“. Das bedeutet: Hinter manchen Profilen steckt gar keine echte Person, sondern ein Mitarbeiter des Anbieters. Diese Profile schreiben freundlich zurück – aber ein echtes Treffen wird nie stattfinden.
Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass manche Anbieter solche moderierten Profile in ihren AGB erwähnen. Dort steht dann oft irgendwo versteckt, dass kein reales Treffen vorgesehen ist.
Gerade deshalb lohnt es sich, vor einer Anmeldung:
Eine seriöse Dating-Seite gibt dir das Gefühl, in Ruhe entscheiden zu können.
Wenn du dagegen sofort das Gefühl hast:
dann solltest du vorsichtig sein.
Viele unseriöse Anbieter arbeiten bewusst mit Druck. Sie wollen, dass du schnell handelst – bevor du genauer nachdenkst.
Eine gute Dating-Seite hat das nicht nötig.
Viele Dating-Seiten werben mit Aussagen wie:
Dazu sieht man oft kleine Siegel, Sterne oder Logos. Das wirkt auf den ersten Blick vertrauenswürdig.
Aber nicht jedes Siegel sagt wirklich etwas aus. Manche Auszeichnungen stammen von bekannten Organisationen. Andere werden von den Anbietern selbst erstellt oder von Firmen vergeben, die dafür bezahlt werden. Für Besucher ist oft kaum zu erkennen, wie unabhängig so ein Siegel tatsächlich ist.
Die Verbraucherzentrale rät deshalb, nicht nur auf Logos oder Werbesprüche zu vertrauen, sondern genauer hinzusehen.
Frage dich lieber:
Eine seriöse Dating-Seite muss nicht ständig beweisen, dass sie seriös ist. Sie zeigt es durch klare Informationen, faire Preise, verständliche Bedingungen und einen guten Umgang mit ihren Nutzern.
Wenn du jemanden sympathisch findest, solltest du nicht wochenlang nur schreiben. Viele Menschen verlieren sich im endlosen Chatten – und stellen später fest, dass die andere Person ganz anders ist als gedacht.
Noch problematischer: Fake-Profile und Romance Scammer versuchen oft bewusst, lange nur schriftlich zu schreiben.
Deshalb ist es meistens sinnvoll, nach einiger Zeit:
Wer dafür immer neue Ausreden hat, ist oft nicht so ehrlich, wie er wirkt.
Viele Menschen kündigen zwar ihre Mitgliedschaft – vergessen aber, ihr Profil und ihre Daten zu löschen.
Das kann später unangenehm werden. Denn manche Anbieter behalten dein Profil trotzdem weiter gespeichert oder schicken weiterhin Werbung. Wenn du eine Dating-Seite nicht mehr nutzt, solltest du deshalb:
Die Verbraucherzentrale empfiehlt ausdrücklich, von deinem Recht auf Löschung Gebrauch zu machen und genau zu prüfen, was mit deinen Daten passiert.
Online-Dating kann etwas Schönes sein. Viele Menschen finden dort tatsächlich eine neue Beziehung, Freundschaften oder einfach neue Hoffnung. Aber es lohnt sich, nicht zu schnell auf die erste schöne Werbung hereinzufallen.
Wenn du vorher kurz prüfst:
dann hast du deutlich bessere Chancen, eine gute Erfahrung zu machen.
Und genau darum geht es am Ende: Nicht möglichst viele Menschen kennenzulernen – sondern die richtigen.
